Besichtigung von Lugo und Umgebung: von der Stadt zum Meer entlang der Via San Vitale

Lugo liegt in der schönen Mitte der unteren Romagnola, an der Via San Vitale, die Bologna mit Ravenna verbindet. Jeder kann wählen, wie er dieses gastfreundliche Gebiet entdecken, kennen lernen und miterleben möchte, ob mit dem Fahrrad, als Musikliebhaber, als Kunst- und Kulturbegeisteter oder in wohlumsorgter Entspannung.

Die Einheimischen der „Niederung“ kennen sehr wohl die verbreiteten Gemeinplätze, die ihre Landschaft als langweilig, fahl und nicht sonderlich anziehend beschreiben. Nichts ist falscher als dies: sie ist angefüllt mit Geschichte, Legenden und illustren Persönlichkeiten. Sie wird Sie bezaubern, sowohl durch ihre Landschaft, als auch Geschichte und auch durch die ihre örtlichen Traditionen. Ein Land, das seinen Ursprüngen inniglich verbunden bleibt: zunächst Sumpfgebiet, dann die Urbarmachung und heute ausgedehnte Anbauflächen soweit das Auge reicht, die plötzlich durch Reihen von Obstbäumen durchzogen sind mit ihrer heiteren Frühlingsblühte, aber auch Gärten, mittelalterliche Türme, Villen und rustikale Höfe. Im Herbst und Winter treffen Sie mitunter auf den typischen Nebel: lassen Sie sich von ihm einhüllen und spüren Sie diese gedämpfte und surreale Stimmung, vertraulich und fast poetisch zu nennen.

Um Lugo und entlang der Via San Vitale, die in Urzeiten Teil der Via Salaria war, da über sie das kostbare Salz der Salinen von Cervia in die Emilia gelangte, fehlt es nicht an bedeutenden Sehenswürdigkeiten, die dem Ruf der „Niederung“ als langweilig widersprechen. Zeugnisse aus der bewegten Geschichte von der Urzeit bis heute sind überall sichtbar.

Das gesamte Gebiet vor Bologna bei Villanova di Castenaso, wo die so genannte „Villanovakultur“ ihre Wiege hatte, ist von besonderem archäologischen Interesse: hier fand man eine Nekropole aus der Eisenzeit (9. – 6. Jhd. v. Chr.), deren Funde im Archäologischen Stadtmuseum von Bologna aufbewahrt werden, aber auch eine neusteinzeitliche Siedlung bei San Lazzaro di Savena, die so genannte Grotte von Farneto.

In Richtung Bologna liegen zahlreiche malerische, befestigte Örtchen mit ihren heute noch sichtbaren Verteidigungsmauern, Türmen und Bastionen: Bagnara di Romagna, Castel Guelfo, Medicina... Letztere erscheint zum ersten Mal 885 in offiziellen Dokumenten. Ihre Geschichte, fast schon Legende, ist an Friedrich Barabrossa geknüpft, so dass das große mittelalterliche Fest nicht per Zufall Kaiser Barbarossa als Inhalt hat.

Wenige Kilometer von Lugo entfernt, bei Santa Maria in Fabriago, liegt eine alte sehenswerte Landkirche mit Campanile aus dem 16. Jhd., errichtet auf Fundamente aus römischer Zeit. Ihr Campanile aus dem 8.-9. Jhd. ist mit Einfach-, Doppel- und Dreifachfenstern in romanischen Stil geschmückt.

Knapp 30 km von Luogo und wenige Kilometer von Medicina entfernt, in Fiorentina, ist Sitz des Radioteleskops Croce del Nord (Kreuz des Nordens), das Bestandteil eines internationalen Synchronsystems von Radioteleskopen zwischen America und Europa ist.

Im Hinterland findet man eine beachtliche Anzahl von Adelsvillen und Schlössern, die häufig die Größe landwirtschaftlicher Zentren erreichen, aber nicht immer sehr gut erhalten sind. Sie sind Zeugnisse der Größe grundbesitzender Familien aus Bologna von der Renaissance bis Beginn des 20. Jhds. Unter ihnen ragen heraus die Villa Coralupi aus dem 18. Jhd. und die Villa Albergata im Stile Palladios. Ferner die Villa Marano in Marano mit z.T. noch sichtbaren Originaldekorationen mit Themen aus der Gerusalemme Liberata von Torquato Tasso, die Villa Orsi, errichtet gegen Ende des 16. Jhds. und im 17. Jhd. restauriert. In der Nähe von Budrio, bei Bagnarola, steht ein ganzer Komplex von Villen und herrschaftlichen Häusern der bologneser Familie der Malvezzi-Campeggi (17. – 18. Jhd.) in drei verschiedenen Architekturstilen. Der Komplex liegt heute in einem Park eingebettet, zu dem auch die Kirche der Santa Maria Maddalena gehört.
Bemerkenswert ist auch die Burganlage Castello dei Manzoli in San Martino in Soverzano von 1411. Jedes Jahr im Oktober öffnet sie für nur einen Tag für das Publikum ihre Tore. In Selva Malvezzi kann man den so genannten Palazzaccio besichtigen. Dieser Feudalkomplex aus dem 15. Jhd. besteht aus dem befestigten gräflichen Palast, Krankenhaus und Kirche direkt am bewohnten Stadtzentrum.

Lugo liegt zum schnellen Erreichen der großen Städte des Gebietes sehr günstig gelegen: etwa 40/45 Minuten auf der Autobahn bis Bologna, Ferrara in einer Stunde über nicht stark befahrene Straßen, Ravenna in 20 Minuten über die äußerst bequeme Schnellstraße. Es liegt auch ganz in der Nähe zum Meer. Ist man einmal in Ravenna, so sind Sie in 10 Minuten am Meer und genießen das Strandleben der Sommermonate an den Stränden von Ravenna und nicht nur.

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