Besuch der Naturparks Valli di Argenta, Comacchio, Campotto und Valle Santa

In der Nähe von Argenta, etwa 20 Minuten von Lugo entfernt, befindet sich das Schutzgebiet l’Oasi delle Valli di Argenta und Marmorta, zu dessen 1600ha Ausdehnung auch die ausgedehnten Niederungen von Bassarone, di Campotto e di Valle Santa. Die letzten beiden wurden im Abkommen von Ramsar auf Grund ihrer Artenvielfalt an Pflanzen, Vögeln und Fischen zu “Feuchtgebieten von internationaler Bedeutung” erklärt. Sie blieben von den Trockenlegungen verschont, denn sie wurden als Auffangbecken für eventuelle Überschwemmungen der zahlreichen Flussläufe dieser Gegend benutzt. Sie können besichtigt werden, in den Innenbreichen allerdings nur mit Führer. Es wurde in einem alten, ehemaligen Landhaus aus dem 17. Jhd. bei Campotto ein Museum über die Geschichte der Trockenlegung und über die lokalen Produkte eingerichtet.

Fährt man in Richtung Argenta, etwa 20 km von Lugo, begegnet man der Landkirche Pieve di S.Giorgio. Sie gehört zu den ältesten Bauwerken des ganzen Gebietes von Ferrara. Die reicht bis zum alten Ansiedlung des Erzbischofs von Ravenna aus dem Jahre 569 zurück. In Argenta lohnt es sich, eine Rast am Wallfahrtsort Santuario della Celletta (1606) mit elliptischem Grundriss zu machen. Am 19. März jeden Jahres kehrt der Jahrestag des Erdbebens von 1624 zurück, von dem die Kirche verschont blieb, und so viele Menschenleben gerettet wurden. Etwas mehr wie 10 km von Argento erreicht man den Agosta-Deich, von dessen Terrasse man einen prächtigen Panoramablick über die Täler von Comacchio hat, einem Musterbeispiel der charakteristischen Landschaft.

Die Täler von Comachio sind das Paradebeispiel der hiesigen Landschaft. Zehntausend Hektar, zu denen noch die umliegenden Gebiete hinzuzurechnen sind und man auf eine Gesamtoberfläche von über 16.000 ha kommt, die von den Trockenlegungen der faschistischen Zeit verschon geblieben sind. Der Damm war einst die antike römische Trasse, der Ravenna mit der Adria verband und eben von hier überschaut man ein unbeschreibliches Naturereignis: unbegrenzte Wasserspiegel, die von den typischen Booten, die Batana, durchpflügt werden, Fische und typische Wasserpflanzen und Vögelkolonien. All dies ist geschützt und heiligst zu behüten. Die Gegend ist von außerordentlicher Bedeutung nicht nur hinsichtlich des natürlichen Gleichgewichts, sonder auch wegen den archäologischen Funden. Spina, einmal Küstenstadt gewesen an der Mündung eine Poarmes und heute etwa 12 km vom Meer entfernt hat Zeugnisse wieder frei gegeben, die von einer blühenden griechisch-etruskischen Stadt des 4.-3. Jhd v. Chr. berichten mit einer Nekropole von 4000 Gräbern.

Etwa 45 km von Logo entfernt liegt die sehr interessante Stadt Comacchio, die auch Venedig des Pos genannt wird. Von ihm berichtete schon der Dichter Ariosto „inmitten fischreichen Sümpfe fürchtet es die beiden Mündungen des Po“ Seine Ursprünge reichen bis ins 1.-2. Jhd. n. Chr. zurück, als mit der Besiedelung der Poinseln begonnen wurde. Die heutige Stadt sieht noch genauso aus wie vor einigen hundert Jahren. Hier scheint man in eine Stadt aus einer anderen Zeit zu sein, Kanäle, Brücken und Brückchen, Häuser in kräftigen Farben, Boote und Fischersleute. Reizvoll sind das alte Hospiz (1778), die Brücke Ponte degli Sbirri („Häscherbrücke“) (1631), so genannt wegen den nahe gelegenen ehemaligen Gefängnissen und natürlich die berühmte Brücke Treponti. Sie war der ehemalige Flussweg zum Eingang in die Stadt und besaß Verteidigungsaufgaben. Noch zu nennen sind der Bischofspalast aus dem 16. Jhd., dem Sitz der Stadtregenten, der Uhrturm, Original von 1330 und 1824 rekonstruiert, die Loggia dei Mercanti oder del Grano (1621), die Kathedrale San Cassiano (708) und die Wallfahrtsstätte der Santa Maria in Aula Regia mit der angeschlossenen Säulenhalle der Kapuziner (1647).

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